LUDMILLA

Schon als Kind gab es Momente »klaren Sehens« und Erfahrungen von Ichlosigkeit, die sich durch große Objektivität und Gewissheit auszeichneten, die unmittelbar Klarheit verschafften und keinerlei Wertung und persönliches Verwickeltsein aufwiesen. Ich dachte damals bei mir: » Ah, in dieser Weise schaue ich doch schon immer aus mir heraus, es war nie anders und wird nie anders sein«. Dies war das erste Aufwachen.

Ich wurde nicht religös erzogen und war völlig frei meinen eigenen Glauben zu finden.
So eröffnete sich mir mit ca. 12 Jahren durch eine plötzliche, umfassende Eingebung das Gesetz von Karma und Wiedergeburt und hinterließ keine Zweifel.
Ich ging weiter zur Schule, machte Abitur und absolvierte mein Studium zur Diplom-Designerin.
Die ständige innere Frage nach dem Sinn und der Essenz des Daseins erbrachten spontane Eingebungen und wiesen mir den Weg. Ich beschäftigte mich viel mit neuronalen Prozessen und Bewusstsein und sensibilisierte mich für diverse transpersonale Wahrnehmungsphänomene.
Ich malte Bilder in meditativer Manier, schrieb Texte, las viele Bücher, reiste umher, forschte weiter und hatte irgendwann ein für mich vollständiges Wissen vom Funktionieren der Welt.
In diese Zeit, mit Anfang bis Mitte 20 fielen weitere Einheits- und Transzendenzerfahrungen, die einen Vorgeschmack darauf gaben, wie es sein könnte, tatsächlich frei zu sein von persönlicher Geschichte und Verstrickung. Ich konnte diese Erfahrungen jedoch nicht einordnen und hielt deshalb auch nicht daran fest.
In dieser Zeit machte ich auch Bekanntschaft mit den Lehren Rudolf Steiners (Anthroposophie) und Jiddu Krishnamurtis, die mich sehr fesselten und ganz neue Sichtweisen eröffneten.

Ich arbeitete als Grafikerin, Künstlerin und Kulissenmalerin. Eher zufällig wurde ich in die Technik der transzendentalen Meditation eingeführt, die ich dann für einige Zeit ausübte. Und auch eher zufällig stolperte ich in meinen ersten Satsang mit Tyohar, der seine Wirkung hinterließ in Form einer beeindruckenden mentalen Erfahrung der Essenz allen Seins.

Ich heiratete und bekam ein Kind. Nach all den Forschungen der vorherigen Zeit, kam jetzt eine intensive praktische Zeit der Integration zusammen mit meiner Kleinfamilie.

2007, in einem Satsang bei Karim in Berlin geschah das plötzliche, unumkehrbare Erwachen. Mit dem Satz des Lehrers: »Die Welt ist in Dir, nicht Du in der Welt« erfuhr ich das Absolute, als das, was ich bin.
Meine bisherige Annahme, eine abgetrennte Person inmitten dieser Welt der Formen zu sein, entpuppte sich als Fehlannahme. Die persönliche Geschichte fiel von mir ab und die gesamte relative Welt entpuppte sich in der bisherigen Sichtweise der Begrenztheit als Fehlannahme. Ich erfuhr die Essenz, die allem zugrunde liegt, als das, was ICH selber BIN. Die Zeitachse schien keine Linie mehr von Vergangenheit über Gegenwart in die Zukunft, sondern jenseits von Zeit lediglich ein Punkt von Ewigkeit, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereint.
Ein neuer Seins- und Bewusstseinszustand.

Es folgten einige Jahre des Integrierens dieser transformatorischen Erfahrung, die in der "Dunklen Nacht der Seele" gipfelte und zum Abschluss kam. Ich war inzwischen 40 Jahre alt geworden, hatte die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie abgelegt und die Methode der Transformationskinesiologie zum Auflösen tiefliegender Glaubenssätze und Muster erlernt. Ich schrieb mein erstes Buch und begann mein Wissen als spirituelle Lehrerin nach Außen zu tragen.